Barrierefreiheitsstärkungsgesetz BFSG – Pflicht oder Chance für Ihre Website

Was bedeutet Barrierefreiheit im Web?

Barrierefreiheit bedeutet, dass Ihre Website so gestaltet ist, dass sie auch für Menschen mit Einschränkungen nutzbar ist — zum Beispiel für Personen mit eingeschränktem Seh- oder Hörvermögen, motorischen oder kognitiven Einschränkungen sowie altersbedingten Einschränkungen oder geringer Technikaffinität.

Das umfasst unter anderem: gute Lesbarkeit durch ausreichende Kontraste und Schriftgrößen, Alternativtexte für Bilder, Tastaturbedienbarkeit und eine klare, verständliche Sprache. Was barrierefrei ist, ist in der Regel auch benutzerfreundlicher für alle.

Gilt die Barrierefreiheitspflicht auch für Ihre Website?

Die Vorgaben des BFSG setzen eine EU-Richtlinie um. Ziel ist es, den Zugang zu digitalen Dienstleistungen für alle Menschen zu ermöglichen. Aber: Die Pflicht gilt nicht für alle Websites. Sie betrifft nur bestimmte Unternehmen und Angebote.

Diese drei Dinge müssen gleichzeitig zutreffen, damit Sie betroffen sind:

Wer gilt als Kleinstunternehmen — und ist damit ausgenommen?

Sie sind von der gesetzlichen Pflicht befreit, wenn alle folgenden Punkte auf Sie zutreffen:

Wichtig: Nicht jede kleine Firma ist automatisch befreit. Ein Online-Shop mit 3 Mitarbeitenden, aber 2,5 Mio. € Umsatz ist nicht ausgenommen. Ein Einzelunternehmer, der eine App vertreibt, kann trotzdem betroffen sein. Ob Sie betroffen sind, hängt immer vom Einzelfall ab.

Was ist mit Plattformen wie Digistore24 oder Elopage?

Wenn Sie Ihre digitalen Produkte über solche Plattformen verkaufen, gilt: Die Plattform selbst ist verantwortlich für die Barrierefreiheit des Kaufprozesses. Sie sind für Ihre eigene Website verantwortlich — aber nur, wenn Sie unter die Pflicht fallen. Viele Anbieter kleinerer Onlinekurse oder Memberships sind deshalb nicht betroffen.

Warum sich freiwillige Barrierefreiheit trotzdem lohnt

Auch wenn Sie nicht verpflichtet sind: Eine barrierefreie Website bringt handfeste Vorteile. Sie verbessert die Nutzererfahrung für alle Besucher, stärkt das Google-Ranking durch technisch sauberen Aufbau, hinterlässt einen professionellen Eindruck — und erreicht mehr Menschen, zum Beispiel auch ältere Nutzer.

Hinzu kommt: KI-Systeme wie ChatGPT oder Perplexity bevorzugen Inhalte mit klarer Struktur und sauberer Semantik. Eine barrierefreie Website ist fast immer auch eine, die von KI-Systemen leichter verstanden und zitiert werden kann.

Was Sie jetzt tun können

  1. Kurz prüfen: Bin ich Kleinstunternehmen (weniger als 10 Mitarbeitende und unter 2 Mio. € Umsatz)?
  2. Angebot einordnen: Biete ich digitale Produkte oder Dienstleistungen, die unter das Gesetz fallen?
  3. Entscheiden: Wenn Sie betroffen sind — starten Sie mit kleinen Maßnahmen. Wenn nicht — sorgen Sie vielleicht trotzdem für bessere Zugänglichkeit.

Sprechen Sie mich an

Sie möchten wissen, wo Ihre Website steht und welche nächsten Schritte sinnvoll sind? Ich unterstütze Sie gerne — transparent, bedarfsgerecht und ohne Verkaufsdruck.

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Gabriele Bartsch – Webdesign und digitale Kommunikation, Schleswig

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